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Digitale klinisch-pharmazeutische Visiten

Ein Großteil der unerwünschten Ereignisse auf einer Intensivstation sind auf schwerwiegende Fehler in der Medikamentenvergabe zurückzuführen. Klinisch-pharmazeutische Visiten können dies vermeiden. Sie gelten als ein wesentlicher Einflussfaktor zur Steigerung der Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus (1).

Medikationsfehler sind in der Intensivmedizin häufig und bergen ein hohes Risiko für einen Patientenschaden (2,3). Mögliche Ursachen umfassen die Kommunikation zwischen Arzt und Pflegekraft, fehlendes Wissen über das Medikament und/oder den PatientInnen sowie ein ungeeignetes Monitoring. Intensivpflichtige PatientInnen sind jedoch sehr vulnerabel und tragen aufgrund von Organinsuffizienzen, Schweregrad der Erkrankung und komplexer Behandlungsregimes ein erhöhtes allgemeines Risiko und eine geringe Toleranz für Medikationsfehler.

Mit einer Medikationsanalyse können arzneimittelbezogene Probleme und Medikationsfehler erkannt, reduziert oder verhindert werden. Dafür ist eine kontinuierliche Patientenbetreuung durch den/die ApothekerIn erforderlich. Vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels, der eingeschränkten Ressourcen von PharmazeutInnen und der stetig wachsenden Anzahl von Intensivpatienten bietet die Telemedizin ein neues Konzept: die digitale klinisch-pharmazeutische Visite.

Was ist eine digitale klinisch-pharmazeutische Visite?

Eine digitale klinisch-pharmazeutische Visite ermöglicht eine direkte Korrespondenz zwischen dem Intensivmediziner und dem Apotheker ohne die Notwendigkeit von dessen Anwesenheit. ÄrztInnen können sich auf diese Weise ein pharmazeutisches Konsil einholen. Medikationsprüfungen können durchgeführt und Empfehlungen zur Dosierungsanpassung gegeben werden. 

Vorteile digitaler klinisch-pharmazeutischer Visiten

Apotheker können mithilfe einer telemedizinischen pharmazeutischen Betreuung effektiv in der Intensivmedizin intervenieren (1,4,5,6) und somit Bereiche abdecken, die vorher nur eingeschränkt betreut wurden - auch nachts oder an Wochenenden.

In Rücksprache mit dem Apotheker kann eine adäquatere Behandlungsstrategie umgesetzt und arzneimittelbezogene Probleme wie Überdosierung reduziert oder vermieden werden.

Da ÄrztInnen und PharmezeutInnen für den Austausch nicht an einem Ort sein müssen, ergeben sich enorme Zeit- und Kostenersparnisse. Dies könnte zur Kompensation der aufgrund des Fachkräftemangels einhergehenden geringen Verfügbarkeit von PharmazeutInnen und der langen Anfahrtswege beitragen.

Digitale pharmazeutische Visiten mit AMP.clinic

Mit der telemedizinischen Anwendung AMP.clinic können ApothekerInnen an der Visite auf der Intensivtherapiestation teilnehmen und zu jeder Zeit konsiliarisch zur Verfügung stehen. AMP.clinic ermöglicht die Übertragung von Bilddateien und Videotelefonie in einer verschlüsselten, geschützten Umgebung und bietet somit einen Raum zur schnellen Abstimmung direkt am Klinikbett.

Sensible Daten werden sicher geschützt, die Datensicherheit ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. AMP.clinic ist im Rahmen des Krankenhauszukunftsfonds förderfähig.

Erfahren Sie mehr über AMP.clinic

 

Quellen:

  1. Hilgarth H, 2019. Vergleich einer konservativen Visitenteilnahme mit einer telepharmazeutischen Betreuung durch einen Krankenhausapotheker in der Intensivmedizin. https://d-nb.info/1195709609/34

  2. Rothschild JM, Landrigan CP, Cronin JW, Kaushal R, Lockley SW, Burdick E et al. The Critical Care Safety Study: The incidence and nature of adverse events and serious medical errors in intensive care*. Critical Care Medicine 2005; 33(8):1694–700. doi: 10.1097/01.CCM.0000171609.91035.BD.

  3. Latif A, Rawat N, Pustavoitau A, Pronovost PJ, Pham JC. National Study on the Distribution, Causes, and Consequences of Voluntarily Reported Medication Errors Between the ICU and Non-ICU Settings*. Critical Care Medicine 2013; 41(2):389–98.

  4. Meidl TM, Woller TW, Iglar AM, Brierton DG. Implementation of pharmacy services in a telemedicine intensive care unit. American Journal of Health System Pharmacy 2008; 65(15):1464–9. doi: 10.2146/ajhp070682.

  5. Forni A, Skehan N, Hartman CA, Yogaratnam D, Njoroge M, Schifferdecker C et al. Evaluation of the impact of a tele-ICU pharmacist on the management of sedation in critically ill mechanically ventilated patients. Annals of Pharmacotherapy 2010; 44(3):432–8.

  6. Shulman R, McKenzie CA, Landa J, Bourne RS, Jones A, Borthwick M et al. Pharmacist's review and outcomes: Treatment-enhancing contributions tallied, evaluated, and documented (PROTECTED-UK). Journal of Critical Care 2015; 30(4):808–13.

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